Wissenswertes rund um langzeitgerösteten Kaffee

 

Bohnenkaffee der mind. 12 Minuten geröstet wurde gilt als Langzeitröstung. Nur zum Vergleich – die Industrie röstet ca 2-3 Minuten bei 400-600 Grad Celsius. Um auf 12 Minuten zu kommen, darf der Röster nicht heißer als 250 °C sein, sonst würden die Bohnen verbrennen. Während der Röstzeit passieren sehr viele Dinge. Viele Inhaltstoffe werden abgebaut, umgebaut und manche werden sogar neu gebildet. Jeder kann sich vorstellen, dass in 20 Minuten Röstzeit um ein Vielfaches mehr Prozesse ablaufen als in 2 Minuten. Das vieleicht wichtigste dabei ist, dass Bitterkeit und Säure stark reduziert und komplexere Aromenstrukturen aufgebaut werden.
Mit der Bedingung nur 15plus geprüfte Röstereien und deren Produkte in unseren Marktplatz zu lassen, wollen wir eine ganz klare Grenze zu den Industrieröstungen setzen. Nur all zu oft werden Werbe-Tricks angewandt, die dem Verbraucher ein qualitativ hochwertiges Produkt vorgaukeln, was es nach unseren Maßstäben leider nicht ist. Wir machen jedoch eine Ausnahme. In Bezug auf die individuellen Hausmischungen (Heimatkaffee). Bei diesen reicht uns die Zusicherung des jeweiligen Röstmeistern bzw. Kaffeerösterei Inhaber die Kaffeebohnen für diese Mischung mind. 12 Minuten geröstet zu haben.

Das Langzeitrösten ist eine Welt für sich. Es gibt mehr als 1300 Kaffeeröstereien in Deutschland. Man kann mit Sicherheit sagen, dass jeder Röstmeister seine eigene Auffassung darüber hat, wann ein z.B. sortenreiner Arabica Kaffee – Äthiopien Sidamo den optimalen Röstgrad hat.
Über Geschmack lässt es sich bekanntlich nicht streiten. Vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch ganz individuelle sensorische oder gustatorische Möglichkeiten hat, macht es auch keinen Sinn.
Was für den einen „herb“ ist, da beginnt bei dem anderen „bitter“. Und auch je nach Essgewohnheit ist eine Vollmilchschokolade für den einen angenehm süß und für den anderen unerträglich süß.

Daher sollte jedes Kaffeeprodukt als reine Empfehlung bzw. als ganz persönliche Geschmacksempfinden des Rösters  betrachtet werden und nicht als Ultimatives und Unerschütterliches. Nur leider werden wir durch Produktplatzierungen und Werbung emsig konditioniert in festen Bahnen zu denken und zu konsumieren.

Wer sagt denn, dass ich einen milden Indien Monsooned nicht mit einer Siebträgermschine oder Mokkakanne zubereiten darf? Wer sagt, dass ich eine scharfe Röstung wie die bei typischen Espressomischungen, nicht mit Filter oder Karsbader Kanne zubereiten darf? Klar, man sollte je nach Zubereitungsart ein paar Regeln einhalten.
Aber grundsätzlich möchten wir dich dazu ermutigen auf deinen Geschmack zu hören. Kein Hersteller kann dir vorschreiben, was dir schmeckt! Wenn das Ergebnis in der Tasse Freude macht, dann ist doch die Welt in Ordnung.